Aserbaidschan setzt Militäreinsatz in Bergkarabach fort



Aserbaidschan setzt seinen Militäreinsatz in der Konfliktregion Berg-Karabach trotz internationaler Appelle zur Beendigung der Feindseligkeiten fort. Die am Dienstag begonnenen militärischen Maßnahmen seien erfolgreich fortgesetzt worden, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Kampfstellungen, Militärfahrzeuge, Artillerie- und Flugabwehrraketenanlagen sowie andere militärische Ausrüstung wurden „neutralisiert“. Die Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Russische Nachrichtenagenturen berichteten unter Berufung auf das aserbaidschanische Präsidialamt, Präsident Ilham Aliyev habe US-Außenminister Antony Blinken in einem Telefonat mitgeteilt, dass sein Land die Operation erst dann einstellen werde, wenn die armenischen Kämpfer ihre Waffen niederlegten und kapitulierten.

Am Dienstag begann die groß angelegte aserbaidschanische Militäroperation. Nach armenischen Angaben wurden mehr als 7.000 Zivilisten evakuiert. Am ersten Tag des Militäreinsatzes starben mehr als zwei Dutzend Menschen. Der Menschenrechtsbeauftragte der international nicht anerkannten Republik Berg-Karabach, Gegam Stepanyan, sprach von mindestens 27 Toten. Darunter sind mindestens sieben Zivilisten – darunter zwei Kinder.

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach schwelt seit Jahrzehnten. Die überwiegend von Armeniern bewohnte Kaukasusregion gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, trennte sich jedoch 1991 von diesem. Dort gibt es eine autonome Regierung mit engen Beziehungen zu Armenien. Der Konflikt führte immer wieder zu kurzen Kriegen zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: