Olympia-Star tot! Ost-Ikone war die „Frau mit dem eisernen Arm“ | Sport


Trauer um eine Speerwerfer-Legende!

Ruth Fuchs ist am Mittwoch im Alter von 76 Jahren im Universitätsklinikum Jena gestorben. Für die DDR gewann Fuchs 1972 in München und 1976 in Montreal olympisches Gold. Lediglich der Tschechin Barbora Spotakova (42) gelang bei den Frauen zwei Olympiasiege in dieser Disziplin.

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Quelle: BILD

Außerdem wurde sie 1974 und 1978 Europameisterin und elfmal DDR-Meisterin. Sie stellte sechs Weltrekorde auf, der letzte lag kurz vor ihrem Karriereende 1980 bei 69,96 m. Lediglich die in Egeln (Sachsen-Anhalt) geborene Fuchs wurde nie Weltmeisterin, da die ersten Weltmeisterschaften nicht stattfanden bis 1983. Doch sie war die erste Frau überhaupt, die den Speer über 60 Meter warf. „Frau mit dem eisernen Arm“, wurde sie genannt.

Ihre zweite Leidenschaft war neben dem Sport die Politik. Zur Zeit der Wiedervereinigung zog sie für die PDS in die Volkskammer der DDR ein und saß nach der Wiedervereinigung bis 2002 für die Nachfolgepartei SED im Bundestag. Von 2004 bis 2009 war sie im Thüringer Landtag aktiv. Nach ihrem Ende als Politikerin betrieb sie ein Modegeschäft in Jena.

Ursprünglich absolvierte Fuchs 1966 ihr Studium zur Medizinisch-technischen Assistentin in Zwickau, als sie noch für den SC Karl-Marx-Stadt startete. Anschließend wechselte sie zum SC Motor Jena. Später studierte sie an der DHfK in Leipzig und schloss ihr Studium 1981 als Diplom-Sportlehrerin ab. 1984 promovierte sie zur Sportwissenschaftlerin.

Fuchs arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und war von 1984 bis 1990 Vizepräsidentin des DDR-Leichtathletikverbandes DVfL. Außerdem war sie bis 1991 Mitglied der Frauenkommission der IAAF, heute World Athletics.

Ruth Fuchs 1978 bei der Europameisterschaft in Prag, wo sie Gold gewann

Ruth Fuchs 1978 bei der Europameisterschaft in Prag, wo sie Gold gewann

Foto: Getty Images Sport/Getty Images

Ruth Gamm, wie sie bei ihrer Geburt genannt wurde, war zweimal verheiratet. Zuerst mit dem ehemaligen Mittelstreckenläufer Ulrich Fuchs, dann mit ihrem Trainer Karl Hellmann (†81).

Natürlich spielte das Thema Doping auch in ihrer Karriere eine Rolle, wie es in den 70er und 80er Jahren für viele Sportler auf der ganzen Welt der Fall war. 1994 gab Fuchs zu, Oral-Turinabol, die „Flaggschiffdroge“ des DDR-Sports, eingenommen zu haben. Hellmann galt als Dopingspezialist. Später gab sie auch zu, für das Ministerium für Staatssicherheit spioniert zu haben.

Ruth Fuchs vor dem Deutschen Bundestag 1998

Ruth Fuchs vor dem Deutschen Bundestag 1998

Foto: Fotoreportage/dpa

Doch im Rückblick auf ihre Karriere sah sie nur das Positive. Vor allem sportlich, trotz der lächerlichen vier Zentimeter, die damals zur Schallmauer von 70 Metern fehlten. „Ich habe mich kurz darüber geärgert, dass vier Zentimeter fehlten. Insgesamt war es eine wundervolle Zeit. „Ich bin stolz auf meine Leistungen“, sagte sie einmal.

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