Kinderschutz – SPÖ-Yildirim: Strafverschärfungen nur als erster Schritt – Aufklärung und Opferschutz verbessern


Wien (OTS/SK) „Härtere Strafen für den Besitz von Kindesmissbrauchsbildern können eine abschreckende, allgemein präventive Wirkung haben.“ Wichtig wäre auch eine entsprechende Abstufung des Strafmaßes. „Um Kinder wirklich vor Missbrauch und Gewalt zu schützen und von den Tätern fernzuhalten, reichen höhere Strafen nicht aus“, sagt SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim zu den heutigen Beschlüssen im Ministerrat. „Es ist wichtig, dass die Strafverfolgungsbehörden auch über stärkere Instrumente zur Aufklärung dieser Verbrechen verfügen und über die entsprechenden Ressourcen verfügen. Wir müssen auch die Täter fassen und die Verbrechen aufklären – denn in diesem Bereich ist die Dunkelziffer besonders hoch. Dafür braucht die Polizei mehr Personal. Derzeit sind in der Abteilung für Sexualstraftaten und Kinderpornografie sechs Beamte tätig – das muss aufgestockt werden“, sagt Yildirim. ****

„Wir müssen viel mehr tun, um sicherzustellen, dass Kinder nicht zu Opfern werden. Der Gewaltschutz muss ausgebaut werden und braucht eine gesicherte Grundfinanzierung. Mehr Experten für Polizei und Justiz im Online-Bereich sind ebenso notwendig wie ein fester Krisenstab und der Ausbau der opferschutzorientierten Täterarbeit. All dies muss zusammenwirken, damit wir die Spirale der Gewalt durchbrechen können. Insgesamt müssen wir prüfen, ob das, was die Regierung jetzt vorgelegt hat, tatsächlich den Versprechen entspricht, die sie in der Ministerratsvorlesung im Januar gemacht hat.“

Um sicherzustellen, dass misshandelte und missbrauchte Frauen und Kinder angemessen betreut und behandelt werden, fordert die SPÖ seit langem den Ausbau forensischer Gewaltambulanzen in ganz Österreich. „Derzeit gibt es im ganzen Land nur eine spezialisierte Ambulanz. Diese Gewaltkliniken stellen die Betreuung und Behandlung der Opfer sicher, stellen aber gleichzeitig sicher, dass die Beweismittel (DNA-Spuren, Röntgenbilder, Fotodokumentationen etc.) gesichert und später vor Gericht verwertet werden können. Die meisten Täter werden freigelassen, weil es keine Beweise gibt. Der Opferschutz muss ausgebaut werden, vom Staat gibt es nicht genug.“ (Fazit) ah/bj

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