Salben statt Sprengstoff – Entwarnung um Kiste in Geheimstollen auf SALK-Gelände



Im Zuge des Neubaus der Inneren Medizin III am Universitätsklinikum Salzburg wurde bei archäologischen Erkundungsarbeiten ein auf Plänen und Karten nicht eingezeichneter Tunnel entdeckt – mit einer zunächst als explosiv eingestuften Kiste.

Bei einer Inspektion am Mittwochnachmittag wurde eine Kiste entdeckt, die möglicherweise Kriegsrelikte enthalten könnte. Diese am frühen Nachmittag aufkommende Vermutung basierte auf der Tatsache, dass es sich bei dem Container um eine Militärkiste handelte. Der Tunnel stammt vermutlich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Die Polizei sperrte nach dem Fund die Ausgrabungsstätte ab, der Entschärfungsdienst wurde alarmiert und traf um 17:50 Uhr am Tatort ein

Kurz vor 19 Uhr konnte Kliniksprecher Wolfgang Fürweger Entwarnung verkünden: „In der Kiste lagen ein paar in Wachstuch eingewickelte Päckchen. Diese sahen so aus, wie man sich Sprengstoffe im Film vorstellt. Aber die Initialen der Spezialisten.“ Analysen ergaben, dass es sich nicht um Sprengstoff handelte.“

Eine mögliche Erklärung ist, dass der Inhalt der Schachtel aus Rohstoffen für Salben bestehen könnte, die wiederum aus der staatlichen Krankenhausapotheke stammten. Unmittelbar nach Kriegsende gab es zahlreiche Militärkisten, von denen eine wahrscheinlich zur Lagerung der nun entdeckten Substanzen diente. Dann brachte jemand sie in den Tunnel. Mit der Zeit gerieten Tunnel und Kisten in Vergessenheit.

Mitarbeiter, Patienten und Besucher seien daher nicht gefährdet. Es waren ohnehin keine Evakuierungen nötig.

Im Landeskrankenhaus selbst gibt es ein ausgedehntes Netz von – bekannten – unterirdischen Versorgungskorridoren. Beispielsweise können Patienten von einem Gebäude zum anderen transportiert werden. Diese Gänge stehen in keinem Zusammenhang mit dem Tunnel – „das war auch für uns neu“, sagte Krankenhaussprecher Fürweger: „Aber an dieser Stelle befand sich einst ein Friedhof.“ Seit 1694 befindet sich auf dem Gelände in Mülln ein Krankenhaus.

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