Die Menschen: Großes Kino für das All


Funksignale verbreiten sich nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum.

Vor ein paar Tagen huschte über den Fernschreiber die Nachricht, dass auf dem 120 Lichtjahre entfernten Planeten K2-18b Spuren von Leben gefunden worden seien. Forscher vermuten Mikroben, aber interessanter wäre es, wenn dort eine Art leben würde, die viel weiter entwickelt ist als wir. Sie würden eine Menge Spaß bei uns haben, weil sie in diesen Jahren die ersten Radiosignale von der Erde empfangen würden – Radiowellen breiten sich so schnell aus wie Licht.

Mit einer Verzögerung von 120 Jahren würden sie unsere Real-Life-Soap-Ausstrahlung kostenlos erhalten. Zuerst als Radiosendung, dann die ersten Fernsehbilder, dazu sämtliche Funksprüche von Schiffen („Titanic“) und Flugzeugen, von der Polizei, der Feuerwehr bis hin zu jedem Babyphone und sie würden uns sofort ins Abendprogramm einbinden.

Später würden sie vor dem gleichen Problem stehen wie wir jetzt: Wer sagt was, wer glaubt wem und was passiert als nächstes? Die digitale Welt ist gesprächig. Viel zu viele WhatsApp- und Push-Nachrichten, E-Mails und Tweets, wie kann man die Spreu vom Weizen, das Wichtige vom Unwichtigen trennen?

Zu viel Unsicherheit tut dem Publikum nicht gut, auch nicht auf Planet K2-18b. Und dann würden sie ihre Reise zur Erde antreten und uns einen Anstoß in die richtige Richtung geben. Es stellt sich lediglich die Frage, ob das Abendprogramm auf K2-18b als Dystopie oder Witz mit Happy End oder gar als Kurzfilm angekündigt wird.

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