KPÖ gegen Grüne – Wirbel im Rathaus: Grazer Öffis wieder teurer



Der öffentliche Verkehr in der Steiermark wird wieder teurer. Ein Umstand, der vor allem im Grazer Rathaus für Aufsehen sorgt. Vor allem die Tatsache, dass das Klimaticket in der Landeshauptstadt stolze 51 Euro mehr kosten wird als bisher, ist für viele unverständlich. Als Schuldigen identifizierten die vereinte Opposition und sogar die rot-grünen Regierungspartner KPÖ-Finanzstadtrat Manfred Eber.

Die KPÖ hat die Abwasser-, Müll- und Parkgebühren in der Murmetropole bereits mehrfach erhöht. Nun wollen sie erneut an den Preisschrauben für ÖPNV-Tickets drehen. Im vergangenen Jahr wurden diese teils drastisch angehoben – seitdem muss man für den beliebten Zehnerblock 24 Euro zahlen, eine Erhöhung von mindestens 2,20 Euro, für die Stundenkarte werden nun 3 Euro fällig. Doch ab dem 1. Juli wird es noch teurer. Aber der Reihe nach: Derzeit wird über eine Tarifanpassung für den steirischen ÖPNV verhandelt. Der Vorschlag des Verkehrsverbundes Steiermark liegt nun auf dem Tisch. Diese empfiehlt Berichten zufolge eine Anpassung um 7,9 Prozent auf Basis des Verbraucherpreisindex (VPI). Das würde einen Preis von 499 Euro für das Klimaticket bedeuten (statt bisher 468 Euro). Zweifellos immer noch ein attraktiver Preis, allerdings weniger für die Verkehrsunternehmen, die mit anderen Tickettarifen (z. B. Wochen- oder Monatskarten) mehr verdienen würden. Stundenticket: 3,10 Euro (bisher 3 €) 24-Stunden-Ticket: 6,80 Euro (6,40 €) 10er-Block: 25,20 Euro (24 €) Wochenticket: 19,50 Euro (18,30 €) Monatsticket: 64,70 Euro (60,80) Klimaticket Steiermark: 519 Euro* *noch in Verhandlung Preiserhöhung ab 1. Juli (noch nicht fixiert) Weshalb die Grazer der Empfehlung des Verkehrsverbundes nicht folgen wollen und den Preis dafür das Klimaticket auf 519 Euro erhöhen wollen, was eine Steigerung von stolzen 51 Euro bedeuten würde. Ein Umstand, der für die vereinte Rathausopposition natürlich ein Schlag ist. Vom FPÖ-Stadtparteiobmann Axel Kassegger über den KFG-Obmann Alexis Pascuttini bis hin zum Neos-Gemeinderat Philipp Pointner – sie alle werfen der KPÖ mehr oder weniger Wortbruch vor, da sie im Wahlkampf gern durch Gebührenstopps um Wählerstimmen geworben habe. In die gleiche Kerbe schlägt auch ÖVP-Stadtrat Kurt Hohensinner: „Nicht nur, dass die Kosten durch die Inflation ohnehin schon spürbar steigen, auch Finanzstadtrat Manfred Eber will den Preis mutwillig noch weiter erhöhen – obwohl Kahr und die KPÖ währenddessen genau das Gegenteil versprochen haben.“ Wahlkampf Grüne irritiert von KPÖ Diese Kritik war wohl zu erwarten, doch dass der grüne Koalitionspartner nun auch nicht glücklich über die KPÖ-Initiative ist, ist ungewöhnlich und kam in dieser Form in der vergangenen Legislaturperiode nicht vor. Vereinsvorsitzender Karl Dreisiebner zeigte sich in den sozialen Medien „erstaunt und gleichermaßen irritiert“. „Aus meiner Sicht gab es innerhalb der Koalition keine Kommunikation über diese Pläne“, schüttelt er im Interview mit der „Krone“ den Kopf. „Stammkunden sollen einen Bonus und keine Strafe bekommen“, sagt er und verweist auf die deutlich größere prozentuale Preiserhöhung beim Klimaticket im Vergleich zum Stundenticket. Eine Erhöhung auf 519 Euro ist für ihn trotz Berücksichtigung aller Faktoren (Inflation, Gehaltserhöhungen etc.) einfach nicht machbar. Auch der zuständige Verkehrsreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) hatte deutliche Worte in Richtung Finanzstadtrat Manfred Eber: „Es irritiert mich sehr, dass der Grazer Finanzstadtrat und die KPÖ das offenbar unterschiedlich sehen und.“ wollen das Klimaticket um mehr als zehn Prozent erhöhen. „Das ist meiner Meinung nach inakzeptabel und eine erhebliche Mehrbelastung für Tausende Steirer, die die KPÖ in Kauf nimmt.“ dass er mit einem Preis von 499 Euro eine gangbare Option sieht. Auf jeden Fall wünscht er sich eine Gleichbehandlung von Graz. Deutlich entgegenkommender sind das Land und die ÖBB gegenüber den Mürztaler und Leobner Verkehrsbetrieben bei der finanziellen Entschädigung für das Klimaticket Und schließlich wird die Hälfte der 80.000 Klimatickets der Steiermark in Graz verkauft.

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