Kufsteiner vor Gericht – Irre Chats mit Hitlerbart und Jesus-Zeitreise



Ein Mann aus Kufstein (35) erschien am Dienstag vor dem Landesgericht Innsbruck zur Wiederaktivierung, nachdem er 30 Nachrichten mit Nazi-Inhalten verschickt hatte. Die Jury musste sich ein Bild von teils skurrilen Ideen machen.

Von September 2018 bis Februar 2022 verschickte das Lokal zweifellos relevante Comics oder Selfies mit Nazi-Bezügen. In einem Fall reiste beispielsweise Jesus ins Jahr 1934 und „verwandelte“ sich in Adolf Hitler, andere verglichen Felix Baumgartners „Aufstieg mit Gas“ mit Hitler – völlig verrückte Ideen. Der Angeklagte verschickte zudem mehrfach Fotos von sich selbst mit zum „Hitlerbart“ gestutztem Schnurrbart – an Einzelpersonen und in Gruppenchats. „Ich bin kein Nazi“, versicherte der Mann Richter Andreas Mair. Vielmehr habe er „etwas Dummes getan“ und „nicht wirklich darüber nachgedacht“. Mair akzeptierte dies nur bedingt: „Einige Chatnachrichten zeigen deutlich, dass sie wussten, dass sie gegen das Verbotsgesetz verstoßen.“ Das gab der Mann schließlich zu. „Trotzdem finde ich Hitler und die Nazi-Zeit schrecklich“, betonte er. „Egal was der Grund war, der Angeklagte hat in Kauf genommen, dass die Nachricht Werbung für den Nationalsozialismus machen könnte“, sagte der Staatsanwalt. Sein Verteidiger vermutete „schlichte Nachlässigkeit und Dummheit“. Nach einer sehr kurzen Beratung beschlossen die acht Geschworenen, den Fall wieder aufzunehmen. Der Unterländer wurde – nicht rechtskräftig – zu einer unbedingten Geldstrafe von 6.000 Euro und einer zehnmonatigen bedingten Freiheitsstrafe verurteilt. Ist das eine bleibende Lektion für ihn?

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: