OTTO Immobilien: Stabilisierung am Wiener Zinshausmarkt in Sicht



Wien (OTS)

  • Anhaltender Rückgang der Wiener Gründerzeit-Zinshäuser um 12,8 % seit 2009
  • Transaktionsvolumen im Jahr 2023 um 57 % gesunken
  • Mehrfamilienhäuser in A-Lagen sind gefragt und erhöhen die Aktivität eigenkapitalstarker Investoren

Nach einem herausfordernden Jahr 2023 steht der Wiener Zinshausmarkt vor einer Stabilisierung. Die Frühjahrsausgabe 2024 des „Ersten Wiener Zinshausmarktberichts“ von OTTO Immobilien zeigt den Markteinbruch im vergangenen Jahr: Neben der allgemeinen Marktabschwächung ist das Transaktionsvolumen um mehr als die Hälfte gesunken. Trotz der jüngsten Marktvolatilität nehmen die Nachfrage nach hochwertigen Standorten und die Aktivität gut kapitalisierter Investoren deutlich zu. Wir sehen daher Anzeichen einer bevorstehenden Stabilisierungsagt Eugen Otto, Geschäftsführer von OTTO Immobilien.

Die Transaktionen gehen deutlich zurück, die Zahl der Gründerzeit-Zinshäuser geht zurück
Das Jahr 2023 erwies sich für den Wiener Zinshausmarkt als besonders herausfordernd: Insgesamt wurden 269 Transaktionen durchgeführt (2022: 483 Transaktionen), das Transaktionsvolumen sank noch deutlicher um 57 % auf 832 Millionen Euro (2022: 1,94 Milliarden Euro). ). Dieser deutliche Rückgang ist vor allem auf die Kombination aus anhaltend hohen Zinsen und einer zunehmenden Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung von Immobilientransaktionen zurückzuführen.

Auffallend war der Wandel hin zu einem kapitalmarktgetriebenen Transaktionsansatz: Viele Eigentümer reagierten auf den anhaltenden Druck der hohen Zinsen mit dem Verkauf einzelner Einheiten statt der gesamten Immobilie. Diese Strategie, die vor allem von Eigentümern großer Mehrfamilienhäuser verfolgt wird, erfordert einen hohen Bestand an leerstehenden Wohneinheiten und hat sich teilweise als wirksames Mittel zur Liquiditätssicherung erwiesen.

Dies spiegelt sich auch im jüngsten Rückgang der Zahl der Wiener Gründerzeit-Zinshäuser wider, die seit Beginn der OTTO-Zinshaus-Marktberichterstattung kontinuierlich sinkt. Von 2009 bis zum Stichtag 14. Februar 2024 kam es zu einem Rückgang um 12,8 % von 15.528 auf 13.533 Gebäude. Im Jahr 2023 wird der Bestand um 40 Gründerzeit-Mehrfamilienhäuser reduziert sein. Diese Entwicklung spiegelt die laufende Umnutzung zu Wohneigentum und Nutzungsänderungen wider, beispielsweise die Umnutzung zu Hotelserklärt Martin Denner, Leiter der OTTO-Forschungsabteilung.

Kapitalstarke Investoren bewegen den Markt
Auf der Käuferseite zeigt die OTTO-Analyse eine Verschiebung hin zu eigenkapitalstarken Investoren, die die aktuelle Marktsituation nutzen, um sich an bevorzugten Standorten zu positionieren. Die Nachfrage konzentriert sich insbesondere auf attraktive Standorte innerhalb des Gürtels und spiegelt eine deutliche Verschiebung hin zu einem engeren Suchprofil wider. Insbesondere diejenigen Anleger, die in den Nullzinsjahren mangels Alternativen ihr Interesse auf die Wiener Außenbezirke und Vororte ausgeweitet haben, wenden sich nun wieder verstärkt dem Zentrum zu. Ein wachsendes Angebot an fertig erschlossenen und komplett sanierten Objekten erleichtert den Kauf ohne weitere Sanierungsmaßnahmen und steigert zudem die Attraktivität dieser Kernlagen.

Wir beobachten eine zunehmende Konzentration auf hochwertige Standorte im Wienergürtel, die eine gezielte Anpassung der Anlagestrategien widerspiegelt. Dies führt zu einem spürbaren Angebotsüberhang an den B-Standorten, was die Dynamik des Marktes unterstreicht. Der vermehrte Ankauf von voll erschlossenen und komplett renovierten Immobilien zeigt den Trend zu schnellen und effizienten Investitionsmöglichkeiten. Dieser Wandel hin zu einer selektiveren und qualitätsbewussteren Investmentmentalität könnte den Wiener Zinshausmarkt nachhaltig beeinflussensagt Mehrfamilienhausverwalter Philipp Maisel.

Unternehmen erwiesen sich im Jahr 2023 sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite als dominierende Akteure: Auf Unternehmen entfielen 82 % des Käufervolumens (-12 %-Punkte im Vergleich zu 2022) und 56 % des Verkaufsvolumens (+1 %-Punkte). Privatpersonen waren für 14 % des Einkaufsvolumens verantwortlich, eine deutliche Steigerung von 10 %-Punkten im Vergleich zum Vorjahr, und für 39 % des Verkaufsvolumens (-2 %-Punkte). Die Kategorie „Sonstiges“, zu der private Stiftungen und Versicherungsgesellschaften gehören, machte etwa 4 % der Käufe und 5 % der Verkäufe aus.

Preisentwicklungen und Renditeaussichten
Die Preisentwicklung und Renditeaussichten am Wiener Zinshausmarkt zeigen ein differenziertes Bild: Die Preise verzeichneten in allen Bezirken einen deutlichen Rückgang von durchschnittlich 12 %. Diese Entwicklung führt zu attraktiveren Einstiegspreisen für Investoren, insbesondere in den Bezirken außerhalb des Gürtels. Gründerzeit-Mehrfamilienhäuser in Wien werden zu Startpreisen ab 1.540 Euro pro Quadratmeter gehandelt, womit die Durchschnittspreise wieder auf dem Niveau von 2020 liegen.

Diese Preisanpassungen spiegeln nicht nur die aktuelle Marktsituation wider, sondern bieten auch die Möglichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Hier gibt es positive Entwicklungen: Die Spitzenrenditen sind in fast allen Bezirken gestiegen, wobei mit Ausnahme der Innenstadt in allen Bezirken Renditen von über 3 % erzielt werden konnten. Insbesondere die Bezirke 10, 11 und 12 überschreiten mittlerweile bei einigen Transaktionen die 4,5-Prozent-Marke. Dieser Renditeanstieg unterstreicht die anhaltende Attraktivität des Wiener Zinshausmarktes für Investoren.

Stabilisierung im Jahr 2024 erwartet
Mit der Erwartung erster Zinssenkungen und einer verbesserten Marktstimmung zeichnen sich bereits erste Anzeichen eines Aufschwungs ab. Der Ausblick für 2024 ist daher von vorsichtigem Optimismus geprägt. Mehr Besichtigungen, mehr Kaufangebote und ein aktiverer Markt machen sich bemerkbar. Die wachsende Bevölkerung Wiens erhöht den Bedarf an Wohnraum. Die begrenzte Neubauleistung und die erwarteten Konjunkturimpulse bilden eine solide Basis für den Wohnungsbaumarkt, kommentiert Zinshausexperte Philipp Maisel. Eugen Otto kommt zu dem Schluss: In der aktuellen Marktphase ist es besonders schwierig, Verallgemeinerungen vorzunehmen. Individuelle Rahmenbedingungen waren noch nie so wichtig wie heute. Basierend auf unseren Daten und unseren Erkenntnissen Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich der Markt in den kommenden Monaten stabilisieren wird und dann eine allmähliche Erholung einsetzen wird.

Zum kompletten Zinshaus-Marktbericht von OTTO Immobilien: https://epaper.otto.at/view/1004034303/

Über OTTO Immobilien
Mit über 90 Mitarbeitern ist OTTO Immobilien einer der größten privaten, unabhängigen und inhabergeführten Immobilienberater in Österreich. Das Unternehmen ist seit mehr als 65 Jahren am Wiener Markt tätig und bietet alle Bereiche der Immobiliendienstleistung an: Verkauf und Vermietung, Verwaltung und Bewertung von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Mit Knight Frank verfügt OTTO Immobilien seit 2011 über einen starken internationalen Kooperationspartner. www.otto.at

Fragen & Kontakt:

Ildiko Füredi-Kolarik
Presse und Kommunikation

Otto Immobilien GmbH
Riemergasse 8, 1010 Wien
M +43 660 3211107
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www.otto.at

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