Spitzenforschung in Niederösterreich: Neue Wege in der Raumfahrt


LH-Stellvertreter Pernkopf: Der blau-gelbe Satellit CLIMB wird bald in die Umlaufbahn gebracht; 2,85 Millionen Euro für neue Raumfahrttriebwerke

St. Pölten (OTS) Bei einem Mediengespräch im Innovation Lab in Wiener Neustadt stellte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf heute Weltraumforschungsprojekte vor und betonte: „Niederösterreich ist führend in der Weltraumforschung.“ Modernes Know-how aus Niederösterreich fliegt mittlerweile auf unzähligen Einsätzen. Wiener Neustadt ist die Keimzelle für Ausbildung, Forschung und erfolgreiche Ausgründungen aus Fachhochschulen und Forschungsunternehmen. Einerseits hat diese Stadt eine lange Tradition in der klassischen Luftfahrt und andererseits eine große Zukunft in der Raumfahrt.“

Die Fachhochschule Wiener Neustadt ist die Heimat des ersten Raumfahrtstudiengangs Österreichs mit bisher über 120 Absolventen. „Die Studierenden entwickeln derzeit den CLIMB-Satelliten. Wir stellen nun die letzten für den Start notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, bis zu 100.000 Euro. Damit kann der blau-gelbe Satellit im Jahr 2025 starten und Niederösterreich den Weltraum erobern“, kündigt Pernkopf an. FOTEC wiederum ist eine Forschungstochter der FH Wiener Neustadt und spielt eine führende Rolle in internationalen Projekten. Derzeit werden umweltfreundliche Chemiemotoren und Hybridantriebssysteme für Satelliten entwickelt. Dieses „CP/EP Thruster Development“-Projekt wird vom Land Niederösterreich mit 2,85 Millionen Euro gefördert. Pernkopf erklärte: „Im Land Niederösterreich wird der Raumfahrtmotor der Zukunft entwickelt und ganz Europa ist gespannt auf die Ergebnisse der blau-gelben Wissenschaft.“ Niederösterreich beteiligt sich an der Forschung für neue Satellitentechnologie, weil sie gut für die Menschen ist, die alltägliche Anwendungen wie Navigationssysteme, Mobiltelefone usw. nutzen, und weil sie gut für die damit verbundenen hochwertigen Arbeitsplätze und eine erhöhte Wertschöpfung ist. Drittens sei es wichtig, dass sensible Technologie auch in Europa und nicht nur in den USA und China erforscht werde, sagt Pernkopf. Mittlerweile gibt es am Standort Wiener Neustadt rund 20 Luft- und Raumfahrtunternehmen mit rund 1.500 Mitarbeitern.

Dr. Carsten Schalremann, Leiter des Studiengangs Luft- und Raumfahrttechnik an der FH Wiener Neustadt, sagte: „Unsere Absolventen sind europaweit gefragt und arbeiten unter anderem bei Airbus und erfolgreichen Spin-off-Unternehmen. Hier haben Studierende die Möglichkeit, neben der theoretischen Ausbildung auch praktische Erfahrungen zu sammeln. Die Absolventen werden hier in das „echte“ Berufsleben integriert. Dank des Landes Niederösterreich können wir unseren CLIMB-Satelliten in wenigen Monaten in die Umlaufbahn bringen.“

Dr. Bernhard Seifert, Leiter der Abteilung Luft- und Raumfahrttechnik bei FOTEC, sagte: „Die von FOTEC entwickelten elektrischen und chemischen Antriebssysteme erhöhen nicht nur die Mobilität und Langlebigkeit von Kleinsatelliten, sondern tragen auch dazu bei, Weltraummüll aktiv zu reduzieren.“ Die weltweit im Einsatz befindlichen Chemiemotoren von Satelliten würden große Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit mit sich bringen. Mit Unterstützung des Landes Niederösterreich habe FOTOEC damit begonnen, alternative Kraftstoffe erfolgreich zu testen und zu entwickeln, sagte Seifert. Der vorläufige Prototyp, der Wasserstoffperoxid als Treibstoff nutzt, ist einzigartig und vielversprechend für die Zukunft der Raumfahrt.

DI Johanna Fries, Projektleiterin, FOTEC, erklärt: „Niederösterreichische Anwendungen finden in zahlreichen Weltraummissionen ihren Platz.“

DI Dr. Andreas Merstallinger von der Aerospace & Advanced Composites Society betonte: „Im Weltraum müssen Materialien extremen Bedingungen standhalten.“ Nur so können Satelliten alltägliche Dienste wie GPS, Satellitenfernsehen und Kommunikation über 15 Jahre lang ohne Wartung bereitstellen.“

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher des LH-Stellvertreters Arzt Stephan Pernkopf, Telefon 02742/9005–12704, Mobilnummer 067681215283, E-Mail lhstv.pernkopf@noel.gv.at

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