Telefonierte dieser AfD-Mann mit Putins Handlangern? | Politik


Wie tief ist die AfD in Moskaus Propagandanetzwerke verstrickt? Letzte Woche wurde bekannt, dass die Spionageabwehr in der Tschechischen Republik ein kremlfreundliches Netzwerk aufgedeckt hatte. Mittendrin sind mindestens zwei führende AfD-Politiker.

► Die Nummer eins auf der europäischen Wahlliste ist ganz rechts, der Europaabgeordnete Maximilian Krah (47) aus Dresden

Und

► der Mann auf Platz zwei der Liste, der gebürtige Tscheche Petr Bystron (51) aus München.

Beide sollen Geld angenommen haben. Beide bestritten dies gegenüber BILD ausführlich.

Aber jetzt steckt zumindest Bystron in Schwierigkeiten: so einer Bericht der tschechischen Zeitung „Denik“ Dem tschechischen Nachrichtendienst BIZ liegen Tonbandaufzeichnungen vor, die die Finanztransaktionen dokumentieren. Auf eine BILD-Anfrage antwortete Bystron am Dienstag nicht.

Demnach informierte Geheimdienstchef Michal Koudelka das tschechische Regierungskabinett in einer Geheimsitzung über weitere Einzelheiten. Wie „Denik“ unter Berufung auf fünf Teilnehmer des Geheimtreffens berichtet, sei Bystron bei der Geldübergabe oder bei einem Gespräch darüber abgehört worden.

Ein Kabinettsmitglied sagte der Zeitung zufolge: „Uns wurde mitgeteilt, dass Bystron ein Verdächtiger ist. Und der Beweis sollten die Audioaufnahmen sein.“

AfD-Europa-Spitzenkandidat Maximilian Krah (47)

AfD-Europa-Spitzenkandidat Maximilian Krah (47)

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Täter-/Opferliste

Nach BILD-Informationen hatte BIZ-Chef Koudelka zuvor eine Liste mit Namen von Politikern aus sechs europäischen Ländern an die Regierung in Prag übergeben. Einschließlich der Namen Krah und Bystron.

Wie BILD berichtet, stehen im Zentrum des russischen Senders der inzwischen deaktivierte Sender „Voice of Europe“ und der moskautreue ukrainische Oligarch Viktor Medwedtschuk (69). Putin ist Pate eines Medwedtschuk-Kindes.

Kumpel: Oligarch Medwedtschuk und Kremlchef Wladimir Putin (71)

Kumpel: Oligarch Medwedtschuk und Kremlchef Wladimir Putin (71)

Foto: picture Alliance/dpa/Pool Sputni

Wie deutsche Sicherheitskreise zu BILD sagten, ist aus anderen Fällen bekannt, dass Medwedtschuk Geld an den Kreml im Westen übergibt. Eine deutsche Sicherheitsbehörde sagte zu BILD: „Medwedtschuks Vorgehensweise ist aus anderen Zusammenhängen bekannt.“

Das Geld soll – in bar und als Kryptowährung – im Umfeld des Senders „Voice of Europe“ geflossen sein. Sowohl Krah als auch Bystron gaben dem Sender mehrere Interviews.

Bystron und Krah kennen Medwedtschuk auch persönlich und haben ihn schon einmal getroffen. Krah bestätigte gegenüber BILD insgesamt drei Treffen mit Medwedtschuk zwischen 2020 und 2022 („Straßburg, Berlin, Charkow“).

Das AfD-Team Bystron/Krah tourte Anfang November 2021 als „Wahlbeobachter“ durch die Ukraine, wie Krah auf Facebook postete. Krah postete damals ein Foto der Kreml-Troika Bystron/Medwedtschuk/Krah und schrieb über den „Solidaritätsbesuch“:

„Wahlbeobachter“ Krah postete am 1. November 2021 stolz das Foto mit sich selbst, Bystron und Putin-Kumpel Medwedtschuk

„Wahlbeobachter“ Krah postete am 1. November 2021 stolz das Foto mit sich selbst, Bystron und Putin-Kumpel Medwedtschuk

Foto: privat

▶︎ Die Ukraine, die zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre lang von Russland angegriffen worden war, sei „derzeit das größte Hindernis für die Normalisierung der Beziehungen zu Russland“, schrieben die beiden. Der Putin-Freund sei der „berühmteste politische Gefangene des Landes“.

Bystron setzte sich im Bundestag sogar für Putins Freund ein: Als die Ukraine Medwedtschuk nach dem von ihm mitinitiierten Angriff Russlands wegen Hochverrats festnahm, wollte Bystron im Juli 2022 wissen, ob sich die Bundesregierung für seine Freilassung einsetzte. Er machte den Nationalverräter Medwedtschuk sogar zum „wichtigsten ukrainischen Oppositionspolitiker“.

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