Zu viele Gewalttaten – Reumannplatz: Jetzt haben die Bademeister Angst



Da sich die Lage am Reumannplatz in den letzten Tagen zugespitzt hat, trauen sich die Mitarbeiter des Amalienbades in Wien-Favoriten nicht mehr an ihren Arbeitsplatz und demonstrieren für mehr Polizei – ihre Präsenz zeigt erste Erfolge…

Der Reumannplatz ist in den letzten Wochen in den Fokus der Behörden geraten. Nach mehreren brutalen Angriffen gilt hier seit letztem Wochenende eine Waffenverbotszone. Die Lage ist derzeit ruhig. Doch die fast täglichen Gewaltverbrechen hinterlassen nicht nur bei Anwohnern und Passanten ihre Spuren. Sondern auch an die über 100 Mitarbeiter des Amalienbades. Appell: „Mr. Karner, wir sind Warnungen!“ Am Mittwochmorgen veranstalteten die Personalvertreter eine Kundgebung. Unter dem Titel „Mr. Innenminister! Mehr Polizei – zum Schutz unserer Kollegen und der Bevölkerung!“ Das Schwimmbadpersonal rief sofort zu mehr Polizei rund um den Reumannplatz auf. „Es kann nicht sein, dass es in den Becken sicherer ist als hier draußen!“ sagte Wolfgang Jelinek, Personalvertreter und stellvertretender Vorsitzender der Hauptgruppe III der Gewerkschaft younion. Im Interview mit der „Krone“ sagt der Personalvertreter, dass mehrere Kollegen bereits in gefährliche Konflikte verwickelt seien. Etwa in der Mittagspause. Vor allem die Kolleginnen hätten große Angst. Besonders nach Einbruch der Dunkelheit. Schließlich sind viele von ihnen bis 22 Uhr im Dienst. So viele Menschen arbeiten im Amalienbad am Reumannplatz. Insgesamt arbeiten von Mai bis September rund 900 Menschen in den Bädern. Eine Mitarbeiterin, die seit mehr als 30 Jahren im Amalienbad arbeitet, geht nun sogar mit Vergünstigungen in den Vorruhestand. Denn sie traue sich nicht mehr an ihren Arbeitsplatz, sagte Jelinek. Mit den Worten „Mr. Karner, wir sind Mahner!“, forderten die Demonstranten den Innenminister zum sofortigen Handeln auf. Die Gewerkschaftsmitglieder fordern, dass es von 6 Uhr morgens bis Mitternacht eine Polizeistreife direkt vor dem Hallenbad geben soll. Die Stadt wird aktiv und will für mehr Sicherheit sorgen. Allerdings zeigen die Maßnahmen der Stadt bereits erste Erfolge. Die verstärkte Präsenz der Beamten und die umfangreichen Streifenkontrollen in der gesamten Favoritenstraße sowie den angrenzenden Nebenstraßen und Parks haben dazu geführt, dass Drogenverkäufer identifiziert wurden. Walter Hillerer, Leiter der Sofortmaßnahmengruppe, betont: „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Polizei und Behörden eine starke Präsenz in der Stadt zu zeigen und dadurch das Sicherheitsgefühl in Favoriten zu stärken.“ Das mobile Büro der Stadt am Reumannplatz ist bis Freitag, 5. April, von 17.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Die Kontrollen und Patrouillen in Favoriten sollen kontinuierlich fortgesetzt werden, um die Sicherheit im Bezirk langfristig zu gewährleisten.

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