Osterfeuer-Unglück: Berenike (22) vom Bösen-Geister-Stamm erschlagen | Regional


Celle – Vor dem Altar der Dorfkirche hängt auf einem schwarzen Tuch das Foto einer jungen Frau mit langen blonden Haaren. Daneben brennen 16 Kerzen. Das Foto zeigt Berenike O. (22) aus Sülze bei Celle (Niedersachsen). Sie ist das Mädchen, das von einem sogenannten „Stamm böser Geister“ am Osterfeuer getötet wurde.

Das Vertreiben böser Geister mit Osterfeuern ist in vielen Dörfern Brauch (Symbolfoto)

Das Vertreiben böser Geister mit Osterfeuern ist in vielen Dörfern Brauch (Symbolfoto)

Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Fast jeder Dorfbewohner in Sülze kannte Berenike. Sie ging oft in die Kirche, spielte Posaune in der Blaskapelle und war überall beliebt. Sie zog weg, um zu studieren, besuchte aber zu Ostern ihre Eltern. Wie in allen Jahren zuvor gingen die Jugendlichen zum Osterfeuer in die nahegelegene Stadt Beckedorf.

Dort gab es eine ganz besondere Tradition. Mitten in den Flammen stand ein großer Koffer mit einer Figur darauf. Es wurde symbolisch für die bösen Geister des Vorjahres verbrannt. Das Feuer war bereits abgebrannt und die Besucher hatten Spaß. Auch Berenike und ihre Clique.

Auch gestern rauchten noch die Reste des Osterfeuers.  Die Polizei hat den Unfallort abgesperrt

Auch gestern rauchten noch die Reste des Osterfeuers. Die Polizei hat den Unfallort abgesperrt

Foto: Michael Schäfer

Es war gegen 23 Uhr. Ein Augenzeuge sagte zu BILD: „Einer der Baumstämme im Feuer neigte sich gefährlich weit zur Seite, sodass die ersten Besucher zur Vorsicht mahnten.“ Doch plötzlich soll sich dieser brennende Stamm in die andere Richtung gedreht haben. Er begrub Berenike, ihre Freundin (22) und einen Freund Hannover (23) untereinander. Alle drei wurden ins Krankenhaus gebracht, wo Berenike O. zwei Tage später ihren Verletzungen erlag.

Die Dorfkirche war am Mittwoch acht Stunden lang geöffnet, um allen Bewohnern die Möglichkeit zu geben, um Berenike O. zu trauern. Viele fragten sich, wie es zu dem Unfall kommen konnte und warum es nicht nötig war, einen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet Besucher um Fotos und Videos als Beweismittel.

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