Neue Vorwürfe gegen Ex-Geheimdienst-Mitarbeiter | The Local Germany



Die Spionageaffäre um den ehemaligen Staatssicherheitsbeamten Egisto Ott weist in Richtung Moskau. Laut Haftbefehl, über den der „Falter“ am Mittwochabend berichtete, habe der Kärntner „systematisch geheime, nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Tatsachen und Erkenntnisse sowie personenbezogene Daten aus Polizeidatenbanken zum Zwecke der Übermittlung an Jan Marsalek preisgegeben.“ und an unbekannte Vertreter der russischen Behörden erhoben“.

Unter dem Vorwand, Extremisten zu beobachten, spionierte Ott tatsächlich im Auftrag Russlands Regimegegner aus, die in Europa Schutz suchten, vermutet die Staatsanwaltschaft. Dem Bericht zufolge handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB, der in Montenegro Asyl erhalten hat. Auch ein russischer Geschäftsmann, der in Großbritannien lebte, geriet ins Visier. Gleiches gilt für ein Mitglied der Moskauer Stadtwahlkommission. Mit Ott steht der frühere Wirecard-Topmanager Marsalek in Verbindung, der vermutlich mit Hilfe Moskaus untergetaucht ist.

Der frühere Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, weist Vorwürfe im Zusammenhang mit angeblichen Spionageaktivitäten seines ehemaligen Mitarbeiters Ott zurück. Am Donnerstag betonte er sowohl im Ö1-„Morgenjournal“ als auch in der „ZiB2“, man habe bereits auf die ersten Verdachtsmomente reagiert.

Im Jahr 2017 war der Untergrund noch „sehr dünn“. Immerhin gab es Hinweise darauf, dass Ott geheime Dokumente auf sein Privatkonto übertragen hatte. Dadurch konnte eine erneute Sicherheitskontrolle durchgeführt werden, wodurch Ott nicht mehr für das BVT arbeiten konnte. Das bedeute, dass Konsequenzen gezogen und Ott im ersten verlässlichen Moment entfernt worden seien, sagte Gridling in „ZiB2“.

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