Albanien – Land der Gegensätze



Nicht jede Reise muss unbedingt an die Küste Griechenlands oder Italiens führen. Die Sehnsucht nach Abwechslung abseits des Massentourismus ist groß. Entdecken Sie ein (noch) unterschätztes Urlaubsziel: Albanien.

Wenn Sie Lust auf Abwechslung haben, sollten Sie sich Albanien als Alternative am Mittelmeer nicht entgehen lassen. Das noch weitgehend unbekannte Balkanland wird bei der Urlaubsplanung oft außer Acht gelassen, obwohl es schnell zu erreichen ist und deutlich weniger überlaufen ist. Verschlafene Dörfer und Traumstrände Das unkonventionelle Reiseziel hat seinen Charme – nicht zuletzt wegen der überschaubaren Preise für Essen, Unterkunft und Sehenswürdigkeiten. Mit einer Fläche von 28.748 km2 bietet das kleine Land wunderschöne Sandstrände sowie verschlafene Dörfer und eine einzigartige Fauna und Flora. Weite, unerschlossene Landschaften, Heimat von Bären und Wölfen, eingebettet in eine malerische Bergkulisse: die bis zu 2700 Meter hohen Albanischen Alpen im Nordosten. An der „Albanischen Riviera“, im Südwesten des Landes, wo das Ionische Meer auf die Adria trifft, gibt es Traumstrände mit karibischem Flair. Von Wien aus ist die Hauptstadt in knapp anderthalb Stunden direkt zu erreichen. Tirana ist spannend anders: Das Stadtbild ist geprägt von Plattenbauten, Wolkenkratzern, Moscheen und Kirchen sowie farbenfrohen Wohnhäusern. Eine einzigartige Mischung aus osmanischer, kommunistischer und moderner Architektur. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Et’hem-Bey-Moschee, der Skanderbeg-Platz (Skanderbeg ist Albaniens Nationalheld und zentrale Figur in der albanischen Geschichte im Kampf gegen die Osmanen) sowie die Ruinen der alten Festung, die besichtigt werden können. Ehemaliges Prunkstück zu Ehren des Diktators Enver Hoxha, heute Kulturzentrum: die Pyramide im Zentrum der Hauptstadt, aus weißem Marmor, Glas und rotem Stahl. Auch mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die kommunistische Vergangenheit Albaniens ihre Spuren nicht vollständig hinterlassen: Diktator Enver Hoxha beherrschte das Land vier Jahrzehnte lang gnadenlos bis zu seinem Tod im Jahr 1985. Unter den ehemaligen kommunistischen Diktaturen in Europa galt das albanische Regime als das restriktivstes Regime: Albanien war auf Selbstversorgung angewiesen und völlig von der Außenwelt isoliert. Sogar Coca-Cola war hier unbekannt – es gab nur die lokale Aranxhata, deren Plakate noch heute auf der Autobahn werben. ANGEBOTE: Strandurlaub: Hotel Epidamn White Sensation***** im Doppelzimmer mit Meerblick mit Frühstück ab 899 € (inkl. Flug, Transfer)Wanderreise: Kultur & Natur der albanischen Alpen ab 1696 € (22.07. – 29.07.2024) Buchbar in allen Ruefa-Reisebüros in ganz Österreich oder über info@ruefa.at Ruefa-Online-Reisebüro: 0800 200 400 (kostenlos) MUSEUMSTIPP: Bunk’Art 2 in Albaniens Hauptstadt Tirana ist ein äußerst positives Beispiel für den Umgang mit der Vergangenheit in Südosteuropa www.bunkart.al Relikte des Kalten Krieges sind über das ganze Land verteilt: Zwischen 1972 und 1983 wurden Hunderttausende Bunker gebaut – wie Beton schossen sie wie Pilze aus der Landschaft. Tiefer in die Vergangenheit eintauchen können Sie im Bunk’Art 2 Museum in Tirana. In der ehemaligen Schutzeinrichtung erfahren Sie alles über schreckliche Arbeitslager, Gefängnisse für politisch Verfolgte sowie Abhörmethoden und Folterpraktiken. Übrigens: Seit Anfang des Jahres betreibt die NATO südlich von Tirana in der Stadt Kuçova einen ehemaligen sowjetischen Luftwaffenstützpunkt, auf dem heute ukrainische Soldaten ausgebildet werden. Zu kommunistischen Zeiten wurde die Stadt „Stalingrad“ genannt. Westlich von Tirana liegt die wunderschöne Hafenstadt Durrës, ein beliebtes Badeparadies mit 10 Kilometern feinen Sandstränden. Albanische Hirten gehen mit ihren Tieren über steinige Wege oder überqueren stark befahrene Straßen. Es lohnt sich, den eigenartigen Fahrstil und die teils sehr schlechten Straßenverhältnisse außer Acht zu lassen und das Land mit dem Auto zu erkunden: Berat, die „Stadt der tausend Fenster“ steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und sollte auf einer Reise nach Albanien nicht fehlen! Kulturell gibt es viel zu sehen: das mittelalterliche Burgviertel, zahlreiche Moscheen, Kirchen und die typischen weißen Häuser mit ihren roten Dächern. Auch die kleine Stadt Kruja, in der Skanderbeg seine Festung hatte, ist historisch bedeutsam. Die mittelalterliche Stadt mit ihrem Basar schmiegt sich malerisch an die mächtige Felswand hoch über der Ebene. Es besteht die Möglichkeit, Souvenirs zu kaufen: Neben billigem Schrott findet man hier auch echte Antiquitäten und schönes Kunsthandwerk. Eine wunderbare Aussicht eröffnet sich am Kap Rodon, einer felsigen, 10 Kilometer langen Landzunge, die steil in die Adria ragt, wo üppiges Grün auf das Blau des Meeres trifft – Albaniens Natur zeigt sich von ihrer wildesten Seite. Auch hier gibt es eine alte Ruine einer Festung des Nationalhelden. Skanderbegs Schwester ließ die kleine, romanisch-gotische Kirche St. Antonius erbauen, die eine der ersten Darstellungen des Staatswappens zeigt: den Doppeladler. Albanien ist anders – aber nie langweilig.

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