46.000 Euro noch offen – Betrugsanklage nach Reha für Mama in Privatklinik



Nachdem seine Mutter zwei Schlaganfälle erlitten hatte, wollte ein Zahntechniker seiner Mutter die bestmögliche Behandlung ermöglichen. Dass sich der 51-Jährige die 46.000 Euro teure Rehabilitation in der steirischen Privatklinik nicht leisten konnte, verheimlichte er sorgfältig. Nun stand er wegen Betrugs vor Gericht.

„Ich habe es schon seit Ewigkeiten hinausgeschoben. „Aber ich denke, dass ich das in den nächsten Wochen endlich klären werde“, sagte der Angeklagte am Mittwoch vor Gericht in Graz. „Das sagen Sie schon lange“, antwortete Richterin Verena Oswald. „Ich denke, Sie haben einfach Das kann ich nicht bezahlen.“ Einer Privatklinik schuldet er seit 2022 46.000 Euro. „Ich dachte, ich schaffe das schon!“ Nach zwei Schlaganfällen erklärte sich die Versicherung bereit, seiner schwer erkrankten Mutter eine Rehabilitation in einer Privatklinik zu finanzieren. Doch die Versicherung zahlte nur für einen Monat. Der Sohn unterzeichnete für den zweiten Monat. „Ich dachte, ich würde das Geld irgendwie auftreiben“, sagt er erklärt. „Ich habe gerade die wunderbare Betreuung gesehen.“ „Schwierig, oder? Sie hatten Hinrichtungen im Gange und ein geringes Einkommen“, sagt der Richter. „Ich glaube Ihnen, dass es keine Absicht war, aber es reicht, wenn Sie wüssten, dass sie es nicht konnten.“ „Ich habe einfach gesehen, wie wunderbar die Pflege war und wie gut es ihr dort geht.“ – „Moralisch und emotional ist es verständlich, aber sie haben viel Schaden angerichtet“, erklärt die Vorsitzende einfühlsam. „Ich verspreche feierlich, dass ich zahlen werde“, beteuert der Niederösterreicher. „In zwei, spätestens drei Wochen alles oder in Tranchen aufgeteilt …“ Der Richter hat Bedenken: „Sie hatten genug Zeit.“ Sie zeigt aber auch Verständnis für die Ausnahmesituation. Zwei Jahre Zahlungsfrist „Ich biete Ihnen ohne Verurteilung eine Probezeit von zwei Jahren an. Sie dürfen nichts unternehmen und werden zur Zahlung des gesamten Betrags innerhalb von zwei Jahren verurteilt.“ Nach Ablauf der Probezeit muss die Zahlungsbestätigung auf dem Tisch des Richters liegen. „Wenn nicht, sehen wir uns wieder und dann wirst du verurteilt!“ Der Staatsanwalt stimmt zu und der Angeklagte dankt ihm überschwänglich. „Ich bezahle, versprochen“, ruft er, als er geht.

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