Mit 89 Jahren: Schuhkönig Ludwig Görtz ist gestorben | Regional


Hamburg – Große Trauer für Deutschlands Schuhkönig!

Ludwig Görtz, langjähriger Inhaber und Chef der gleichnamigen Schuhkette, ist vor drei Tagen im Alter von 89 Jahren gestorben „Hamburger Abendblatt“ zuerst berichtet. In seinen besten Zeiten hatte das Unternehmen bundesweit rund 200 Standorte und 3.000 Mitarbeiter.

Görtz machte aus einem kleinen Hamburger Unternehmen einen Schuhgiganten mit 200 Filialen

Görtz machte aus einem kleinen Hamburger Unternehmen einen Schuhgiganten mit 200 Filialen

Foto: Ullstein-Bild

Ein Unternehmen mit langer Familientradition: Sein Urgroßvater Johann Ludwig Görtz eröffnete 1875 sein erstes Geschäft im Hamburger Stadtteil Barmbek. Der Familienlegende zufolge verkaufte der junge Schuhmachermeister in seinem 14 Quadratmeter großen Laden zunächst Kartoffeln, wechselte dann zu Männer Schuhe.

Ludwig Görtz mit seiner Frau Heide.  Ihre beiden Söhne Philipp und Robert arbeiteten bis zum Verkauf der Firmenanteile im eigenen Unternehmen.

Ludwig Görtz mit seiner Frau Heide. Ihre beiden Söhne Philipp und Robert arbeiteten bis zum Verkauf der Firmenanteile im eigenen Unternehmen.

Foto: Stefan Hesse

Und das schien die richtige Entscheidung zu sein. Denn 1938 eröffnete die Familie ein zweites Geschäft in Hamburg1959 die erste Filiale außerhalb der Hansestadt in Reutlingen.

Im Alter von 26 Jahren trat sein Urenkel Ludwig Görtz in die Firma ein, dessen erstes Wort als Kind „Schuh“ gewesen sein soll. Und er machte aus dem Hamburger Schuhhandel ein Unternehmen mit Niederlassungen in ganz Deutschland – und später auch in Österreich, der Schweiz und Polen.

1989 steht Ludwig Görtz in seinem Schuhlager und präsentiert Pumps vor der Kamera

1989 steht Ludwig Görtz in seinem Schuhlager und präsentiert Pumps vor der Kamera

Foto: Ullstein-Bild

Als das Familienunternehmen von einer schweren Finanzkrise heimgesucht wurde, kam 2014 ein Investor an Bord und übernahm 40 Prozent der Firmenanteile.

Doch die große Online-Konkurrenz bereitete weiterhin Probleme. Hinzu kamen monatelange Schließungen während Corona und dann eine hohe Inflation. Im Jahr 2022 verkaufte die Familie sämtliche Anteile Insolvenz des Unternehmens.

Sicherlich kein einfacher Schritt für Ludwig Görtz, der auch nach seinem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft noch täglich im Büro in der Spitalerstraße anzutreffen war.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: