Wenn es ruhig wird am rauschenden Bach


„Es scheint immer wieder, dass die Natur nichts von ihr weiß, dass wir Mitleid mit ihr haben und ängstlich einen kleinen Teil ihrer Kräfte nutzen. Wir erhöhen ihre Fruchtbarkeit an manchen Stellen und ersticken an anderen Stellen mit dem Pflaster unserer Städte, die wunderbaren Quellen, die bereit standen.“ „Aus den Krümeln auferstehen…“ (Rainer Maria Rilke)

Der Band „Ich höre die Stille“ mit „365 Gedanken für die Seele“ des Lyrikers und Dichters Rainer Maria Rilke ist ein beredter Begleiter auf dieser Wanderung im Südosten des Nationalparks Kalkalpen. Vom Parkplatz Haslersgatter im Garstnertal geht es zunächst bergab Richtung Steyrsteg und Biwakplatz. Überall ist der Frühling bereit, aus den Krümeln zu schlüpfen. Nach dem Winterschlaf dehnt sich die Natur immer weiter.

Bild: ÖBF (3)/Dunst

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Wildnis ist Vielfalt: Riesenmikado mit toten Holzstämmen
Bild: ÖBF (3)/Dunst

„Ich möchte Ihnen den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat. Der Frühling ist im Wald beheimatet und kommt nicht in die Stadt.“

Schneerosen stehen in voller Blüte, umgeben von Waldameisenhöhlen innerhalb und außerhalb des Baus. Die Ameisen werden von einem nährstoffreichen Fortsatz der Schneerosensamen, sogenannten Ölkörpern, angelockt und sorgen so für die Ausbreitung der Samen.

Während die Ameisen bereits fleißig sind, ist es im Nationalpark noch ruhig. Weder Wanderer noch Radfahrer sind unterwegs, keine Menschenseele ist zu sehen. Schweigen. Nur der Rumpelmayrbach rauscht, murmelt und gurgelt. Links und rechts des Weges liegt Totholz kreuz und quer im Wald wie ein überdimensionales Mikado-Wild. Auch die eigenen Gedanken sind durcheinander, huschen von hier nach dort und sind kaum zu fassen.

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