AUA-Betriebsversammlung : Welche 92 Flüge heute gestrichen werden


Nach dem 36-stündigen Streik letzte Woche werden heute (Donnerstag) aufgrund einer Betriebsversammlung 92 Flüge gestrichen, davon sind 8.000 Passagiere betroffen. Die Gewerkschaft vida schließt weitere Streiks nicht aus – die Verhandlungen sollen nächste Woche fortgesetzt werden.

Der KV-Streit zieht sich nun schon seit Wochen hin, in 17 Verhandlungsrunden konnte keine Einigung erzielt werden. Hunderte Flüge konnten nicht durchgeführt werden und Zehntausende Passagiere erreichten laut AUA ihr Ziel nicht wie geplant.

Es werden keine Langstreckenflüge gestrichen

Nach Angaben der AUA sollen heute alle Langstreckenflüge durchgeführt werden. Auch die Durchführung von 80 Flügen während der Betriebsversammlung sei möglich, sagte AUA-Sprecherin Sophie Matkovits im Ö1-„Morgenjournal“. Den durch die vorangegangenen Betriebsversammlungen und den Streik entstandenen finanziellen Schaden schätzte sie auf 24 Millionen Euro. Der durch die heutige Betriebsversammlung verursachte Schaden wird sich auf bis zu 4 Millionen Euro belaufen.

Die Gewerkschaft kritisiert, dass das Lohnniveau bei der AUA um 40 Prozent niedriger ist als beim Mutterkonzern Lufthansa und fordert eine Angleichung. „Leider wurden die Gewinne der AUA offensichtlich bereits nach Deutschland abgeführt“, sagte Vida-Chef Roman Hebenstreit im „Morgenjournal“. Der in den Medien berichtete Gewinn des Lufthansa-Konzerns von 2,7 Milliarden Euro „reiche offenbar aus, um den Aktionären satte Dividenden auszuschütten und die Manager letztlich ihre Boni zu bekommen“, sagte der Gewerkschafter. Die AUA dürfe nicht „zum Schlusslicht der Gruppe verkommen“.

„Hätte einen Verlust gemacht“

Auch das AUA-Management bleibt hart. „Wenn man der Gewerkschaft einfach nachgeben würde, wären 60 Prozent unserer Strecken negativ“, sagte Matkovits. „Mit dem Paket der Gewerkschaft hätten wir letztes Jahr, das für Austrian Airlines ein gutes Jahr war, eigentlich einen Verlust gemacht.“

Günther Ofner, Vorstandsmitglied des Flughafens Wien und Obmann der Luftfahrtindustrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), wirft der Gewerkschaft vor, mit ihren Forderungen die gesamte Luftfahrtindustrie in Österreich zu gefährden. „Die von vida und dem AUA-Bordbetriebsrat provozierten Flugausfälle sind eine Aktion zur Kundenabschreckung und spielen vor allem der AUA-Konkurrenz in die Hände“, sagte Ofner am Donnerstag in einer Aussendung. „Sie gefährden nicht nur tausende Arbeitsplätze in der AUA, sondern in der gesamten Luftfahrtindustrie und letztlich auch am Flughafen und in den Zulieferbetrieben, die allesamt rücksichtslos in Geiselhaft genommen werden.“

Die Arbeitnehmerseite habe in den Verhandlungen die Frage des bevorstehenden Inflationsausgleichs unzulässigerweise mit einer massiven Änderung der Gehaltsstruktur vermengt, was zu unbezahlbaren Belastungen führen würde, argumentiert Ofner. „Die erforderliche Strukturanpassung kann nicht ohne die Zerstörung des eigenen Unternehmens der AUA erreicht werden.“

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