Plagiatsverdacht ausgeräumt: SZ-Vizechefin darf Doktortitel behalten | Politik



Der stellvertretende Chef der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), Alexandra Föderl-Schmid (53), darf ihren Doktortitel behalten. Das stellte die Universität Salzburg am Donnerstag nach Prüfung der Plagiatsvorwürfe klar.

Die Paris-Lodron-Universität Salzburg gab am Donnerstag bekannt, dass eine Kommission die Begutachtung der Dissertation abgeschlossen habe und erklärte in ihrem Gutachten, dass „kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten“ festgestellt werden könne. Das Verfahren wurde eingestellt. Die spätere stellvertretende Chefredakteurin reichte 1996 ihre Dissertation ein.

Der Plagiatsverdacht kam Anfang Februar auf. Die Journalistin bat daraufhin ihre ehemalige Universität, ihre Doktorarbeit zu begutachten. Der Titel lautet „Vom Monopol zum Markt: Zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland“. Kurz darauf wurde bekannt, dass Alexandra Föderl-Schmid, die in einer früheren Position auch Chefredakteurin des österreichischen „Standard“ war, vermisst wird. Einen Tag später wurde sie stark unterkühlt unter einer Innbrücke in Braunau aufgefunden und ins Krankenhaus eingeliefert.

Neben dem Plagiatsverdacht bezüglich ihrer Doktorarbeit gerieten auch ihre journalistischen Arbeiten aufgrund von Vorwürfen über ihren Umgang mit Quellen in den Fokus. Der gebürtige Österreicher zog sich deshalb vorübergehend aus dem Tagesgeschäft der SZ zurück. Eine externe Kommission prüft im Auftrag des „Süddeutsche Zeitung“ diese Vorwürfe.

Föderl-Schmid ist seit Juli 2020 stellvertretende Chefredakteurin der überregionalen Tageszeitung in München. Zuvor war sie viele Jahre Chefredakteurin der Wiener Tageszeitung „Der Standard“.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: