Schutzgeld und tägliche Schläge: Prozess um Gewalt an Wiener Schule


Zwei heute 15-Jährige und ein 16-Jähriger sollen seit Herbst 2021 ihre jeweiligen Klassen regelrecht terrorisiert haben. Laut Anklage seien Mitschüler teils täglich geschlagen worden; Einer der drei Angeklagten soll sogar von einigen Mitschülern Schutzgelder in Höhe von zwei Euro pro Woche gefordert und teilweise auch erhalten haben.

Die Anklage lautete auf fortgesetzte Gewalt (§ 107b StGB) und Erpressung, aber auch auf schweren Raub: Einer der 15-Jährigen soll am 20. Januar 2023 außerhalb des Unterrichts am Reumannplatz einen Mann gewaltsam getötet haben Favoriten, zusammen mit einem Komplizen, der erst 14 Jahre alt war. Die Gürteltasche wurde entfernt, indem der Komplize dem Opfer ins Gesicht schlug. Die 14 und 15 Jahre alten Jungen sitzen seitdem wegen der Gefahr einer Straftat in Untersuchungshaft.

Student suspendiert

Die drei gewalttätigen Schüler wurden am 15. Mai 2023 vom Direktor der betreffenden Bildungseinrichtung suspendiert. Der Direktor berichtete einem Laiengericht (unter Vorsitz von Katharina Adegbite-Lewy), dass die drei ihre Kommilitonen eineinhalb Jahre lang gequält hätten Hälfte. „Es gab Schläge auf den Hals, Ziehen an den Ohren, bis es knackte, Schläge auf die Arme mit Fäusten“, verriet der Schulleiter im Zeugenstand.

Die betroffenen Schüler waren offenbar so eingeschüchtert, dass sie sich lange Zeit nicht an ihre Lehrer wandten. Erst als die drei Angeklagten begannen, Schulbücher und Hefte ihrer Mitschüler zu zerreißen, kam ihr Gewaltregime ans Licht, verriet der Direktor: „Sie haben Schulbücher mit roher Gewalt zerrissen. Ich bin in die Klasse gegangen, als ich davon erfahren habe.“ Einige der Kinder weinten. Dann sagte ich: „Ich möchte Ihnen helfen, aber um das zu tun, müssen Sie mir sagen, wer so etwas tut.“ !’ Und dann brach der Damm.

„Enttäuschung“ durch die Bildungsdirektion

Der Direktor betonte, dass die Polizei bei den strafrechtlichen Ermittlungen vorbildlich gehandelt habe. Sie sagte jedoch, sie fühle sich vom Bildungsdirektor „nicht ausreichend“ unterstützt und „manchmal enttäuscht“.

Zwei ehemalige Schüler der betreffenden Schule bekannten sich in einigen Anklagen schuldig, während der dritte behauptete, er habe nie jemanden geschlagen oder um Geld gebeten. Allerdings wurde er von mehreren ehemaligen Schulkollegen belastet, die als Zeugen vernommen wurden. Mitangeklagt sind zwei weitere Jungen im Alter von jeweils 15 Jahren – neben dem an dem Raubüberfall am Reumannplatz Beteiligten ein weiterer 15-Jähriger, der laut Anklage im Mai des Vorjahres an einem Raubüberfall beteiligt war und der einen 15-Jährigen in einem Park brutal zusammengeschlagen hatte und das Video sich auf TikTok verbreitet hatte.

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