Können Frauen komponieren – und gibt es Komponistinnen?


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Weiterdenken – der WZ-Podcast

Jede Woche präsentieren wir eine neue Geschichte, stellen Ihre Fragen und gewähren Einblicke in unser 320 Jahre altes Archiv. Petra Tempfer und Bernd Vasari sprechen mit Experten, Anwälten und Politikern im Studio über aktuelle Ereignisse und Hintergründe und besuchen Menschen auch direkt vor Ort.

Eine Frau schreibt auf einem Stuhl Musik, die einer Note ähnelt.
Musik früher Komponistinnen wird praktisch nicht aufgeführt.
© Abbildung: WZ

Zart und lieblich, ein bisschen wie Stickerei: Musik von Frauen hat damit wenig zu tun. Das einzige, das „weibliche“ Musik ist, dass es praktisch nicht aufgeführt wird“, sagt der Musik- und Theaterwissenschaftler Edwin Baumgartner im Interview mit Moderatorin Petra Tempfer. Warum? Als männlicher Musiker in einem Orchester kann man es akzeptieren, einem männlichen Komponisten untergeordnet zu sein. Wenn es eine Komponistin ist, ist es eine Kraftprobe – der männliche Musiker müsste sich der Frau unterordnen. Dieses meist unbewusste männliche Dominanzbedürfnis führt laut Baumgartner dazu, dass Musik von Komponistinnen immer noch selten aufgeführt wird.

Dass Frauen in früheren Jahrhunderten die Möglichkeit hatten, Musik zu machen und zu komponieren, lag auch daran, dass sie weniger Zugang zu Musikunterricht und Bildung hatten. Nur die sogenannten älteren Töchter lernten Klavier oder Cembalo (frühes Klavier, das hellere Töne erzeugt), und selbst diese Musik war ausschließlich zur häuslichen Unterhaltung gedacht. Es gab jedoch Ausnahmen. Hildegard von Bingen und Kassia beispielsweise, die im Mittelalter beide Vorsteher eines Klosters waren, komponierten und sind bis heute bekannt. Beiden gemeinsam war, dass sie durch das Leben im Kloster gebildet wurden und weder einen Ehemann noch Kinder hatten, um die sie sich kümmern mussten. Von den Komponisten Clara Schumann und Fanny Mendelssohn aus dem 19. Jahrhundert sind die Namen ihrer männlichen komponierenden Verwandten noch heute bekannt.

Mit den Frauenbewegungen unter anderem in Großbritannien, wo die Suffragetten vor mehr als 100 Jahren für das Wahlrecht der Frauen kämpften, begann sich die Situation zu ändern. Im deutschsprachigen Raum und in Italien dauerte es etwas länger. Fakt sei jedoch, so Baumgartner, dass Frauen keine Frauenmusik machen. „Musik ist Musik. Niemand auf der Welt kann sagen, ob die Musik von einem Mann oder einer Frau komponiert wurde.

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