Luftangriffe auf Lwiw und weitere ukrainische Städte



Wenige Stunden vor einem Treffen der Ramstein-Gruppe militärischer Unterstützer der Ukraine flog Russland Luftangriffe auf das Land. Auch die westukrainische Stadt Lemberg war betroffen. Nach Angaben der Behörden verursachte der Einschlag einer Kamikaze-Drohne einen Brand in einem städtischen Lagerhaus und verletzte zwei Menschen – einen von ihnen schwer. Es gab auch Explosionen in Charkiw sowie in Kramatorsk, Slowjansk, Cherson, Odessa, Krywyj Rih und Chmelnyzkyj.

In Lemberg forderten sowohl Bürgermeister Andriy Sadowy als auch Regionalgouverneur Maksym Kosytskyi die Bevölkerung auf, in Notunterkünften zu bleiben, da mit weiteren Angriffen zu rechnen sei. In der Westhälfte der Ukraine herrscht seit etwa 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ) Luftalarm. Nach Angaben der örtlichen Behörden sind Luftverteidigungssysteme in Lemberg damit beschäftigt, einen russischen Luftangriff abzuwehren.

Bereits am Montagabend hatte es Berichte über russische Luftangriffe auf die östliche Stadt Charkiw gegeben. Dort sei ein Industriegebiet getroffen worden, sagte Bürgermeister Ihor Terekhov kurz nach Mitternacht. „Charkiw wird erneut von russischen Raketen beschossen“, schrieb er auf Telegram.

Auch aus anderen Teilen der Ukraine wurden russische Angriffe gemeldet – allein über der südukrainischen Region Mykolajiw wurden nach Angaben der Militärverwaltung zehn iranische „Shahed-136/131“-Drohnen im Morgengrauen abgeschossen. In der südlichen Stadt Krivyi Rih traf nach Angaben der Behörden eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude und löste einen Brand aus. Eine weitere Drohne wurde abgeschossen.

Insgesamt setzte die russische Armee in der Nacht 30 Kamikaze-Drohnen und eine „Iskander-M“-Rakete ein, wie die ukrainische Luftwaffe auf Telegram mitteilte. 27 Drohnen wurden abgeschossen. Die Angriffe sollen – wie schon am Vortag – vom Westufer des Asowschen Meeres und von der 2014 völkerrechtswidrig von Russland annektierten Halbinsel Krim aus gestartet worden sein Konfliktparteien können oft nicht unabhängig bestätigt werden.

Offenbar kam es auch zu Luftangriffen in die Gegenrichtung. Wie die Behörden in der südrussischen Grenzregion Belgorod berichteten, konnte die Luftverteidigung über dem Süden der Region drei „Luftziele“ abschießen.

Nach Angaben britischer Militärexperten verstärkten auch russische Truppen in der Ukraine ihre Aktivitäten im Kampf um die Dnipro-Inseln am Unterlauf des Flusses. Das ging am Dienstag aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums zum Krieg in der Ukraine in London hervor. Die Inseln in der Region Cherson waren in der ersten Septemberhälfte stark umkämpft. Beide Seiten griffen ihre Gegner auf den Inseln oder am gegenüberliegenden Ufer mit Gruppen in kleinen Booten an, heißt es in der Erklärung.

Nach Angaben der Briten ist die Zahl der beteiligten Truppen relativ gering. Doch beide Seiten sehen das Gebiet als strategisch wichtig an. Der Streit „bietet auch die Möglichkeit, gegnerische Einheiten zu binden und sie von der Teilnahme an den intensiven Kämpfen in den Regionen Saporischschja und Donezk abzuhalten.“

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor.

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