Elliot Page: Die nackte Wahrheit über seinen neuen Film „Close to You“ | Leben & Wissen


Schauspieler Elliot Page (36), der sich 2020 als Transmann geoutet hat, verrät, dass die Dreharbeiten zum ersten Film nach seinem Coming-out eine „zutiefst befreiende“ Erfahrung gewesen seien – insbesondere aufgrund einer Szene in „Close to You“. Er ist oben ohne zu sehen.

Der Film ist auch in zweierlei Hinsicht besonders: Sämtliche Dialoge des Films sind improvisiert und zusätzlich zu seiner Rolle als Hauptdarsteller ist Page auch Co-Drehbuchautor und Co-Produzent des Dramas.

Regisseur Dominic Savage (l.) mit Page bei der Filmpremiere

Regisseur Dominic Savage (l.) mit Page bei der Filmpremiere

Foto: VALERIE MACON/AFP

In dem Independentfilm von Regisseur Dominic Savage (60), der Anfang September beim Toronto International Film Festival Premiere feierte, spielt Page einen Transmann namens Sam. Aus Angst vor Ablehnung hat er seine Familie seit seinem Übergang zum Mann nicht mehr getroffen und kehrt nun nach Hause zurück. Er trifft auch seine Ex (Hillary Baack).

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In der ersten Szene des Films ist zu sehen, wie Page ohne Hemd aus dem Bett aufsteht, aus dem Fenster schaut und sich dann anzieht.

Dieses Oben-ohne-Bild war für Page ein wichtiger Schritt, „Authentizität zu zeigen“ und „sich stolz in seiner neuen Identität zu präsentieren“. Page selbst beschreibt den Film auf Instagram als einen stark persönlichen Film über Liebe, Familie und Identität. „Es gab keinen Drehbuchdialog, alle Szenen waren komplett improvisiert“, sagt Page. Das bedeute auch, dass alle Szenen „natürlich viel intensiver und damit viel persönlicher“ geworden seien.

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Aufwachen in einem Körper, in dem man sich wohlfühlt

Diese Freiheit ermöglichte es Page, „sich tiefer mit meiner Rolle als Transmann auseinanderzusetzen“ und vor allem die Herausforderungen, die er so gut kennt, authentisch darzustellen.

„Während der Aufzeichnung an diesem Tag, als ich aufstand und mich anzog, kam es mir irgendwie seltsam vor, als würde ich sagen: ‚Es wäre großartig, wenn er ohne Hemd schlafen würde‘“, sagte Page in einem Interview mit Entertainment Weekly. „Diesen Kerl zu zeigen, wie er in seinem Körper aufwacht und sich einfach wohl fühlt … das hat mir sehr viel bedeutet. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so fühlen würde, also war es wirklich schön, das zu spielen.“

Der 36-Jährige schwärmt: „Früher wäre es fast unmöglich gewesen, so etwas zu tun.“ Dieses positive Gefühl begeisterte ihn jeden Tag aufs Neue.

Es ist das erste Mal, dass der Zuschauer Page auf der großen Leinwand als sein authentisches Ich sieht. Und das mit seine Narbendie davon zeugen, wofür er jahrelang gekämpft hat, um sich heute als Mann so stolz und zufrieden zeigen zu können.

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Prominente Stimme der Trans-Community

In seiner Autobiographie „Pageboy“ offenbart Page auch die Schattenseiten seiner bisherigen Filmkarriere. Die Dreharbeiten zu „Inception“ waren beispielsweise so stressig, dass er sogar eine Gürtelrose bekam. Es sei „ein Kampf der Unsicherheit und Verwirrung, immer noch im falschen Körper, umgeben von einer fast ausschließlich männlichen Besetzung“, sagte Page.

Seit seinem mutigen Coming-out im Jahr 2020 ist er zu einer prominenten Stimme in der Trans-Community geworden und spricht auch offen davon, endlich im Einklang mit seinem Körper zu sein.

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„Es sind die kleinen Dinge … Wenn du aus der Dusche kommst, das Handtuch um deine Taille legst und dich im Spiegel betrachtest, denkst du: ‚Da bin ich!‘“, berichtete Page vor fast zwei Jahren ein ausführliches Gespräch mit Oprah Winfrey. Damals sagte er glücklich: „Ich habe nicht den Moment, in dem ich in Panik gerate … Ich kann meine Brust berühren und fühle mich zum ersten Mal wohl in meinem Körper.“

Der deutsche Starttermin für „Close to You“ ist noch nicht bekannt.

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