Hilfswerk zum Weltkindertag am 20. September: Geplanter Ausbau der Kinderbetreuung ohne Personaloffensive nicht möglich


Das Hilfswerk begrüßt die Pläne der Bundesregierung zum Ausbau der Kinderbetreuung, weist jedoch auf die ohnehin prekäre Personalsituation hin und fordert die schnelle Durchführung einer wirksamen Personaloffensive.

Wien (OTS) Die Hilfsorganisation begrüßt den kürzlich vorgelegten Plan von Bundeskanzler Karl Nehammer und Familienministerin Susanne Raab, bis 2030 50.000 zusätzliche Betreuungsplätze insbesondere für Kinder unter drei Jahren zu schaffen. „Wir freuen uns sehr, dass die Ausbau der Kinderbetreuung sollte investiert werden. Damit werden unabdingbare Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie u. a. geschaffen Guter Bildungsstart für alle Kinder in Österreich geschaffen“, sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführer des Österreichischen Hilfswerks. Allerdings soll es sich bei den Investitionen nicht wieder nur um eine Anschubfinanzierung handeln. „Damit Eltern und Familien, aber auch die Anbieter in der Branche Planungssicherheit haben, brauchen wir vor allem neue oder zusätzliche Kindergruppen laufende, langfristige Finanzierung“, betont Anselm mit Blick auf die aktuellen Verhandlungen zum Finanzausgleich. „Auch ein Teil des Finanzausgleichs muss einbezogen werden leistungsstarkes Personalpaket Sei. Denn während auf politischer Ebene darüber gesprochen wird, die Kinderbetreuung weiter ausbauen zu wollen, kämpfen wir in der Praxis jeden Tag darum, bestehende Gruppen nicht schließen oder Öffnungszeiten einschränken zu müssen, weil es überall an Personal mangelt“, so Anselm weiter.

Die prekäre Personalsituation im Elementarbereich gefährdet die Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität. Personaloffensive ist angesagt!

„Wir brauchen eine gezielte und umfassende Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive im Grundschulbereich, die möglichst viele Interessierte erreicht. Das bedeutet einerseits mehr Ausbildungsplätze und Möglichkeiten für pädagogisches Personalvor allem aber auch Flexiblere Ausbildungssysteme für Hilfspersonal und Grundschulpädagogen. Beispielsweise durch berufsbegleitende und modulare Ausbildungsinhalte oder durch den Einsatz von Kompetenzbilanzen zur Ermittlung und Anerkennung formell und informell oder in der Praxis erworbener Kompetenzen und der damit verbundenen Möglichkeit der Anrechnung von Ausbildungsinhalten Rebecca Janker, Fachkraft für Kinder-, Jugend-, Familien- und psychosoziale Dienste beim Österreichischen Hilfswerk. Ziel ist es, Menschen einen schnellen Einstieg in den Beruf zu ermöglichen und ihnen anschließend eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen, um neben der Versorgungssicherheit auch eine hohe Betreuungsqualität für alle Kinder zu gewährleisten. Man müsse sich aber auch um das bestehende Personal sowie die Akquise und Schulung neuer Mitarbeiter kümmern, sagt Janker. „Die Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen in der Grundschulbildung sind keineswegs neu, sondern werden seit Jahren sehr klar formuliert. Diese müssen jetzt dringend ernst genommen und umgesetzt werden“, so das Fazit des Hilfswerkexperten.

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Hilfswerk Österreich, Bundesgeschäftsstelle
Mag. Barbara Tober
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