In 635.000 Wohnungen im Land ist niemand gemeldet



Zwei Drittel aller Wohngebäude in Österreich sind Einfamilienhäuser, 65 Prozent der Wohnungen befinden sich jedoch in Mehrfamilienhäusern. In 635.000 Wohnungen ist niemand gemeldet.

Wohnen und seine Kosten sind derzeit ein heißes politisches Thema, insbesondere aufgrund des rasanten Anstiegs der Mietpreise seit letztem Jahr. Auch langfristig liegt der Mietanstieg über dem allgemeinen Preisniveau. Laut Statistik Austria stiegen die Mieten inklusive Betriebskosten pro Quadratmeter von 6 Euro im Jahr 2010 auf 9,10 Euro im ersten Quartal 2023, was einem Anstieg von 51,7 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) um 42,9 Prozent. Davon betroffen ist etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung, die in Mietwohnungen lebt; 51 Prozent der Menschen in Österreich leben in ihren eigenen vier Wänden.

Wer das jetzt tun will, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen sind seit 2010 um 121,8 Prozent gestiegen, haben sich also mehr als verdoppelt, mit einem kräftigen Aufwärtstrend, insbesondere ab 2020. Laut Statistik Austria sind die Preise seit Ende 2022 leicht gesunken.

Die Wohnungsbautätigkeit geht deutlich stärker zurück; Seit 2019 ist sie rückläufig. Seitdem ist die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen von knapp 85.000 auf 59.000 Einheiten gesunken.

Langfristig gesehen ist jedoch ein deutlicher Anstieg der Zahl der Gebäude und Wohnungen zu verzeichnen, die das Statistikamt alle zehn Jahre erhebt. Seit 2011 ist die Zahl der Gebäude in Österreich um 8,4 Prozent auf rund 2,4 Millionen bis 2021 gestiegen, knapp 90 Prozent davon werden zu Wohnzwecken genutzt. Der verbleibende Teil sind Hotels, Bürogebäude, Schulen, Einkaufszentren und Wohnheime für Senioren und Studenten. Die mit Abstand beliebteste Wohnform in Österreich ist das Einfamilienhaus; Mit 1,53 Millionen fallen fast zwei Drittel der bestehenden Wohngebäude in diese Kategorie. Weitere 12,3 Prozent der Gebäude sind Zweifamilienhäuser und 11,5 Prozent Mehrfamilienhäuser.

Auch die Zahl der Wohnungen ist gestiegen, auf 4,9 Millionen per Ende Oktober 2021, das sind 500.000 Wohnungen mehr als vor zehn Jahren. In 82 Prozent der Wohnungen ist mindestens eine Person als Hauptwohnsitz gemeldet, während es in 4,9 Prozent nur Nebenwohnsitze gibt. Und in rund 635.000 bzw. 13,3 Prozent aller Wohnungen war niemand gemeldet. Die Statistik Austria nennt dafür einige mögliche Gründe, unter anderem den Leerstand, der durch die Reservierung der Wohnung für eine zukünftige Nutzung oder als Kapitalanlage entsteht. Die Wohnung könnte zum Stichtag lediglich zum Verkauf oder zur Miete gestanden haben, sie hätte als Ferienwohnung genutzt oder vermietet werden können. Wohnraum kann aufgrund einer Sanierung oder einer Erbschaftsabwicklung vorübergehend nicht genutzt werden. Der Anteil der Wohnungen ohne gemeldeten Wohnsitz liegt in Tirol und Kärnten mit rund 16 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, gefolgt von Salzburg mit 15 Prozent.

Auch die Lebensqualität steigt der Umfrage zufolge. Der Anteil der Wohnungen der Kategorie A an allen Hauptwohnsitzen ist von 90 auf 93,5 Prozent gestiegen. Die Nutzfläche pro Wohnung ist von 93,4 auf 96,2 Quadratmeter gestiegen. Da im Jahr 2021 durchschnittlich 2,19 (2011: 2,27) Menschen in einem Haushalt lebten, erhöhte sich die Nutzfläche pro Einwohner alle zehn Jahre von 41,2 auf 43,9 m².

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